Wie werden aus Kosten Prämien?

Die Prämien in der obligatorischen Grundversicherung widerspiegeln die Gesundheitskosten. Je stärker also die Kosten für medizinische Behandlungen in einem Jahr steigen, desto mehr steigen im folgenden Jahr auch die Prämien.

In der Grundversicherung dürfen die Krankenversicherungen keinen Gewinn erzielen, die Prämien müssen die Kosten decken. Darum sind die Krankenversicherungen nicht frei in der Festsetzung der Prämien, sondern diese werden vom Bundesamt für Gesundheit genehmigt.

Pro Prämienfranken in der Grundversicherung werden rund 95 Rappen für die Bezahlung von Leistungskosten ausgegeben. Nur rund 5 Rappen werden für den administrativen Aufwand der Versicherungen verwendet. Dazu zählen nicht nur die Kosten für Werbung und Vertrieb, sondern insbesondere auch die Aufwände für die Verarbeitung der von den Kunden eingesandten Rechnungen, für Vertragsmutationen und in jüngster Zeit vermehrt auch für die Erfüllung zahlreicher neuer Behördenvorschriften. Gerade im Gesundheitswesen haben die staatlichen Regulierungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen, was den administrativen Aufwand für die Krankenversicherungen erhöht hat. Trotzdem belaufen sich die Verwaltungskosten auf lediglich rund 5% der Prämien.

Prämien und Leistungen in der obligatorischen Grundversicherung

Die Ausgaben der Krankenversicherungen für medizinische Leistungen haben sich zwischen 1996 und 2017 mehr als verdoppelt: von CHF 1‘491 auf CHF 3‘326. Gleiches gilt für die Prämien pro versicherte Person (1996: CHF 1‘539; 2017: CHF 3‘605), denn sie müssen die anfallenden Leistungskosten decken und sind daher ein Abbild der Gesundheitskosten.

Überschüsse fliessen in die zweckgebundenen Gewinnreserven der obligatorischen Grundversicherung. Sie stellen sicher, dass die vom Bundesamt für Gesundheit geforderte Mindesthöhe der Reserven erfüllt ist und auch unerwartet hohe Leistungskosten jederzeit gedeckt werden können.

Übrigens: Sympany ist die einzige Schweizer Krankenversicherung, die ihren Kundinnen und Kunden in der Grund- und in der Zusatzversicherung Überschüsse auszahlt, wenn die medizinischen Kosten deutlich tiefer ausfallen als bei der Prämienfestsetzung erwartet.

Quelle: Bundesamt für Gesundheit: Statistik der obligatorischen Krankenversicherung 2006 und 2017

Aufteilung der Kosten in der obligatorischen Grundversicherung

Bruttoleistungen (Kosten zu Lasten der Krankenversicherer inkl. Kostenbeteiligung der Versicherten) nach Kostengruppe

Quelle: Bundesamt für Gesundheit: Statistik der obligatorischen Krankenversicherung 2017

Leistungskosten nach Anzahl Versicherte

Wenige Versicherte beanspruchen viele Versicherungsleistungen

  • Etwa ein Drittel aller Versicherten (blau) beansprucht überhaupt keine Versicherungsleistungen.
  • Mehr als die Hälfte aller Versicherten (gelb) benötigt verhältnismässig wenige medizinische Behandlungen und verursacht rund 35% der Leistungskosten.
  • Nur 7% der Versicherten (grün) verursachen aufgrund von ernsthaften Erkrankungen mit längeren medizinischen Behandlungen 65% der gesamten Leistungskosten.
Quelle: Sympany, Leistungskosten 2017

Finanzierungsquellen der Gesundheitskosten pro Jahr

In CHF Mio.

Quelle: KOF Konjunkturforschungsstelle: KOF Prognose der Gesundheitsausgaben Frühjahr 2018

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