Vertragsloser Zustand mit dem Universitätsspital Basel (USB)

Sympany verhandelt regelmässig die Tarife für stationäre Spitalbehandlungen in der halbprivaten und privaten Abteilung mit den Spitälern. Dabei können die Forderungen beider Seiten weit auseinanderliegen. Finden sie keine gemeinsame Lösung, führt das zu einem vertragslosen Zustand. Leider ist dieser Fall nun mit dem USB eingetreten. Dies ist eine Ausnahmesituation und hat auch Auswirkungen auf die Versicherten.

Gerne informieren wir Sie darüber, wie Sie bei einem bevorstehenden oder nach einem erfolgten Spitalaufenthalt vorgehen können. Informationen zu den Hintergründen erhalten Sie weiter unten.

Haben Sie Fragen zu Ihrem Spitalaufenthalt im USB?

Kontaktieren Sie uns!

+41 58 262 42 00

Dies müssen Sie wissen:

Wer ist vom vertragslosen Zustand betroffen?

Betroffen sind privat und halbprivat versicherte Patienten des USB, die bei Sympany über eine stationäre Zusatzversicherung verfügen.

Nicht betroffen sind ambulante Behandlungen und stationäre Behandlungen in der allgemeinen Abteilung des USB.

Wie müssen Patienten vor, während und nach Spitaleintritt vorgehen?

Um Kostenfolgen zu verhindern, sollten halbprivat und privat versicherte Patienten des USB frühzeitig mit Sympany Kontakt aufnehmen. Sympany bespricht gemeinsam mit ihren Kundinnen und Kunden das Vorgehen und prüft mögliche Alternativen.

Grundsätzlich gilt: Patienten, die das Vorgehen bereits mit Sympany besprochen haben, leiten Spitalrechnungen bitte umgehend an Sympany weiter. Ansonsten bitten wir Sie, so rasch wie möglich mit uns Kontakt aufzunehmen.

Welche Auswirkungen hat der vertragslose Zustand?

Ohne Vertrag ist das bisherige partnerschaftliche Zusammenspiel zwischen dem USB, den Patientinnen und Patienten und Sympany in den Zusatzversicherungen empfindlich gestört. Aktuell wirkt sich das Verhalten des USB leider auf Kostengutsprachen und auf die Rechnungsstellung aus.

Das USB holt zurzeit keine Kostengutsprachen mehr bei Sympany ein. Dadurch ist Sympany vom Informationsfluss abgeschnitten und erfährt nicht mehr, wenn sich Versicherte im USB behandeln lassen. Sympany hat also keine Möglichkeit mehr, ihre Kundinnen und Kunden vorab über die Situation aufzuklären und ihnen gegebenenfalls Alternativen vorzuschlagen.

Statt die Spitalkosten Sympany in Rechnung zu stellen, belastet das USB Kosten für private und halbprivate Spitalaufenthalte nun direkt den Patienten. Darin können Mehrkosten enthalten sein, die von Sympany nicht gedeckt sind. Bitte nehmen Sie daher idealerweise bereits vor einem Spitalaufenthalt Kontakt mit Sympany auf – spätestens aber, sobald Sie die Rechnung vom USB erhalten.

Bleiben Versicherte auf Kosten sitzen?

Je nach Behandlung und Behandlungsdauer können unterschiedlich hohe Mehrkosten entstehen. Jedes Spital hat gegenüber seinen Patienten eine Aufklärungspflicht. Diese gilt sowohl für die geplante medizinische Behandlung als auch für die Kostenfolgen dieser Behandlung.

Dort, wo Sympany Kostengutsprachen nach Tarifvereinbarung 2017 abgegeben hat, bezahlen wir die Behandlung vollumfänglich und halten unsere Kundinnen und Kunden schadlos, wenn sie uns einen Rückforderungsvorbehalt und eine Forderungsabtretung zukommen lassen.

Für alle anderen Fälle müsste Sympany rechtlich gesehen nur den dem USB garantierten Anteil an den Rechnungen begleichen. Bisher haben wir aber unser Leistungsversprechen gegenüber unseren Kundinnen und Kunden vollumfänglich erfüllt und alle Rechnungen für ungedeckte Mehrkosten bezahlt. Diese Mehrkosten fordern wir beim USB zurück und klagen sie bei Bedarf auch gerichtlich ein.

Wie unterstützt Sympany ihre Versicherten?

Sympany nimmt ihre Verantwortung als zuverlässige Versicherungspartnerin wahr und hat bis jetzt alle Rechnungen – auch für ungedeckte Mehrkosten – bezahlt. Wir informieren betroffene Patienten über das Vorgehen, bieten ihnen Alternativen und erläutern ihnen die Hintergründe, die zum vertragslosen Zustand geführt haben. Gleichzeitig engagiert sich Sympany weiterhin für einen neuen Vertrag mit dem USB.

Welche Alternativen gibt es?

Um die Kundinnen und Kunden vor Kostenfolgen zu bewahren, bespricht Sympany im persönlichen Gespräch, ob ein Wechsel in die allgemeine Abteilung des USB in Frage kommt oder die Behandlung in der privaten oder halbprivaten Abteilung eines anderen Spitals sinnvoll sein könnte.

Wenn Sie mehr zu den Tarifverhandlungen wissen möchten:

Wie ist es zum vertragslosen Zustand gekommen?

Der bisherige Vertrag zwischen Sympany und dem USB, der Behandlungen im Bereich der halbprivaten und privaten Zusatzversicherungen regelt, ist Ende 2017 ausgelaufen. Bereits im Sommer 2017 hat sich Sympany um einen neuen Tarifvertrag bemüht.

Eine Vertragserneuerung scheiterte, weil das USB die Preise massiv erhöhen wollte, ohne entsprechende Mehrleistungen auszuweisen. Sympany akzeptiert Preiserhöhungen nur, wenn diese begründbar und mit einem höheren Patientennutzen verbunden sind, denn sie führen zu höheren Leistungszahlungen von Sympany und somit auch zu höheren Prämien für die Versicherten. Aktuell rechnet das USB um 29% höher ab, als dies mit dem 2017 gültigen Tarif der Fall gewesen wäre.

Hinzu kommt, dass das USB die von der Finanzmarktaufsicht (FINMA) geforderten Auflagen zur Preistransparenz noch immer nicht umgesetzt hat. Das USB rechnet dadurch einige Leistungen doppelt, also aus Grund- und Zusatzversicherung, ab. Dies ist nicht nur gesetzeswidrig, sondern für Sympany und ihre Kundinnen und Kunden absolut inakzeptabel.

Auf die Lösungsvorschläge von Sympany ist das USB bislang leider nicht eingegangen.

Welche Lösungen hat Sympany vorgeschlagen?

Sympany war bereit, dem USB entgegenzukommen und die bisherigen Tarife mit moderaten Anpassungen bis Ende 2018 zu akzeptieren. Das hätte dem USB und Sympany Zeit gegeben, mit aller Sorgfalt ein neues Preismodell mit Mehrleistungstarifen auszuhandeln. Sympany anerkennt, dass die Umstellung auf ein neues Preismodell komplex und mit Unsicherheiten verbunden ist. Deshalb bot Sympany dem USB an, die Einführung des Mehrleistungstarifs mit einem Monitoring zu begleiten.

Wie ordnet Sympany das Vorgehen des USB ein?

Eine dermassen extreme Preiserhöhung ist unseres Wissens nach im Schweizer Gesundheitswesen bisher ohne Vergleich. Was das USB zu diesem Handeln veranlasst hat, ist für Sympany unverständlich.

Wie geht es weiter?

Sympany ist nach wie vor bereit, die Verhandlungen mit dem USB fortzusetzen, um im Interesse aller Beteiligten einen gesetzeskonformen und wirtschaftlichen Vertrag abzuschliessen.